Flaggentag in Schleswig zum 80-jährigen Jubiläum des Landes Schleswig-Holstein
Am 23. Juni 2026 fand in der Stadt Schleswig eine besondere öffentliche Veranstaltung anlässlich des 80-jährigen Jubiläums des Landes Schleswig-Holstein statt. Auf dem historischen Gelände der Lollfußer Schützenkoppel versammelten sich Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt, Familien, Gäste sowie Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Initiativen und Organisationen, um gemeinsam ein lebendiges Bild der Landesflagge in den Farben Blau, Weiß und Rot zu gestalten.
Der Organisator der Veranstaltung, Herr Klaus Katzer, hatte auch Vertreterinnen und Vertreter der ukrainischen Gemeinschaft zur Teilnahme eingeladen. In seiner Ansprache sagte er zu den Ukrainerinnen und Ukrainern wichtige und bewegende Worte: Wir seien Teil der Geschichte dieser Stadt geworden. Für Menschen, die wegen des Krieges Schutz fern von ihrer Heimat suchen mussten, klangen diese Worte besonders warm und bedeutungsvoll. Solche Momente helfen, nicht nur Unterstützung zu spüren, sondern auch Zugehörigkeit zur lokalen Gesellschaft zu erleben.
Die Teilnehmenden erhielten farbige Tafeln und stellten sich rund um die Schützenstange auf. Auf ein gemeinsames Zeichen hin hoben sie die Tafeln nach oben. So entstand aus vielen einzelnen Menschen ein gemeinsames Symbol — die Flagge Schleswig-Holsteins. Es war nicht nur eine schöne Flaggen-Choreografie, sondern auch ein Zeichen der Verbundenheit, des Respekts vor der Geschichte des Landes und der Bereitschaft, die Zukunft gemeinsam zu gestalten.
Eine besondere Freude bereiteten den Teilnehmenden zwei große weiße Bären, die auf private Initiative von Vertreterinnen und Vertretern ukrainischer Geflüchteter erschienen. Sie begrüßten die Gäste, sorgten für eine fröhliche Atmosphäre und brachten Kinder und Erwachsene zum Lächeln. Viele Besucherinnen und Besucher machten gern Fotos mit den Bären und freuten sich über diesen freundlichen und unerwarteten Beitrag zur festlichen Stimmung.
Auch Vertreterinnen und Vertreter unseres Vereins nahmen an der Veranstaltung teil. Für uns war es wichtig, Teil dieses städtischen Ereignisses zu sein, denn unser Verein ist in Schleswig tätig und möchte sich aktiv am gesellschaftlichen Leben der Stadt beteiligen. Solche Begegnungen stärken die Verbindung zwischen Menschen, helfen, die lokale Geschichte und Kultur besser zu verstehen, und zeigen, dass Integration nicht nur mit Sprache und Dokumenten beginnt, sondern auch mit lebendiger Teilnahme am Leben der Gesellschaft.
Der Veranstaltungsort war nicht zufällig gewählt. Die Lollfußer Schützenkoppel ist eng mit der Geschichte der regionalen Identität verbunden. Hier erklang im 19. Jahrhundert zum ersten Mal das Schleswig-Holstein-Lied, das auch durch die Zeile "Schleswig-Holstein meerumschlungen" bekannt ist. Während der Veranstaltung sangen die Teilnehmenden dieses Lied gemeinsam, was dem Ereignis eine besondere historische und emotionale Bedeutung verlieh.
Ein kurzer historischer Rückblick: Das Land Schleswig-Holstein wurde am 23. August 1946 nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Für die Region begann damit ein neuer Abschnitt — der Wiederaufbau, das Zusammenwachsen der Menschen, die Entwicklung demokratischer Institutionen und eines friedlichen gesellschaftlichen Lebens. In acht Jahrzehnten entwickelte sich Schleswig-Holstein von einer Nachkriegsregion zu einem modernen, offenen und vielfältigen Bundesland zwischen Nord- und Ostsee.
Die Flagge Schleswig-Holsteins besteht aus drei waagerechten Streifen in Blau, Weiß und Rot. Diese Farben sind mit den historischen Symbolen Schleswigs und Holsteins verbunden. Heute stehen sie für Geschichte, regionale Identität und die Verbundenheit der Menschen mit dem Land, in dem sie leben.
Der Flaggentag in Schleswig wurde zu einer eindrucksvollen Erinnerung daran, dass die Geschichte einer Stadt von Menschen geschaffen wird. Wenn Einwohnerinnen und Einwohner, Gäste, lokale Organisationen und Ukrainerinnen und Ukrainer, die hier Schutz gefunden haben, gemeinsam die Farben der Landesflagge hochhalten, entsteht ein gemeinsames Bild: das Bild einer Stadt, in der Solidarität, Offenheit, Teilhabe und gegenseitiger Respekt geschätzt werden.
Autorin des Artikels – Vorsitzende Frau Olha Shchedrova
